Somalia
Kürzlich sagte der Justiz- und Religionsminister von Somalia im Deutschen Radio: “Hier macht jeder was er will. Man kann ganz einfach umbringen wen man will. Man kann sich nehmen was man will und von wem man will. Das ist zur Zeit Demoratie in Somalia.”
Diese Aussage macht es deutlich wie ohnmächtig die Somalis selbst vor dem Trümmerhaufen ihres Landes stehen und lässt auch nicht wirklich Hoffnung auf etwas Frieden in dem vom Bürgerkrieg zerstörten Land aufkommen.
Informationen des Auswärtigen Amts über Somalia
- Klima: Tropisch semi-arides Klima
- Lage: Küstenstaat am Horn von Afrika, 3300 km Küste
- Nachbarstaaten: Kenia, Äthiopien, Dschibuti
- Größe des Landes: 637.657 qkm
- Hauptstadt: ehemals Mogadishu mit 400.000 bis 500.000 Einwohnern
- Bevölkerung: zw. 7 und 9 Mio.
- Landessprache: Somali (Amtssprache seit 1972, seit 1972 in lateinischer Schrift geschrieben), Arabisch, Englisch und Italienisch als Handels- und Bildungssprachen
- Religionen: Islam ist Staatsreligion, 99,8% sunnitische Muslime (schafiitischer Richtung); 0,1% Christen
- Unabhängig seit: 26.06.1960 Britisch Somaliland, 01.07.1960 Italienisch Somaliland. Vereinigung am 01.07.1960
- Regierungsform: Bis 1991 Präsidialrepublik, Friedenskonferenz (Nairobi) 2002-2004. Seit 10/04 Übergangspräsident und Übergangs-Verfassung (”Charta”) für 5 Jahre
- Staatsoberhaupt: Übergangspräsident Abdullahi Yussuf Ahmed
- Regierungschef: Übergangs-Premierminister: Prof. Ali Mohamed Gedi
- Außenminister: Abdullahi Sheik Ismael
- Parteien: Parteien im Verständnis unserer politischen Systeme existieren nicht in Somalia. An ihre Stelle treten bewaffnete Verbände/Bewegungen (auch Milizen), die sich an Clan-Strukturen ausrichten. Wichtigste Allianzen sind:
Rahanweyn Resistance Army (RRA) unter Mohamed Nur “Shatigudud”;
Somali National Front (SNF) unter Omar Mohamed “Masale”;
Somali Patriotic Movement (SPM) unter Abdullahi Nur “Gabyow”;
Southern Somali National Movement (SSNM) unter Abdullahi Ismail;
Somali Salvation Democratic Front (SSDF) sowie die in Mogadishu herrschenden Milizen unter Hussein Aidid, Osman “Atto”, Mohamed Afrah und Muuse Yalahow;
United Somali Congress-Somali National Alliance (USC-SNA)
National Salvation Council (NSC)
Die ehemals in Somaliland bestehende Somali National Movement (SNM) wurde aufgelöst und ihre Kämpfer in die Sicherheitskräfte eingegliedert. - Mitgliedschaft in Internationalen Organisationen: Seit 2001 ist Somalia Mitgliedstaat der Vereinten Nationen. Des Weiteren ist Somalia Mitglied in der Afrikanischen Union, der Arabischen Liga sowie dem ostafrikanischen Zusammenschluss IGAD.
- Pro-Kopf Einkommen: nicht bekannt
Wichtige Clans in Somalia
- Hawiye (25 % der Bevölkerung)
- Dir (22 %)
- Darod (20 %)
- Rahanweyn (bzw.Mirifle) (17 %)
- Digil (3 %)
( -Stand 2002- )
Der Deutsche Unterstützungs Verband in Somalia


Bestehend aus einem verstärkten Nachschub- und Transportbataillon, zusammengestellt aus mehr als 200 Verbänden der gesammten Bundeswehr. Mit einer Gesammtstärke von ca. 4.500 und davon etwa 4.000 direkt in Somalia war es der größte Einsatz in der Geschichte der Bundeswehr dem man sich nun stellen musste.Der Verband bestand ausschließlich aus freiwilligen Zeit- und Berufssoldaten und war in zwei Kontingente aufgeteilt.
Die Kontingente des Deutschen Unterstützungs Verband Somalia
Das erste Kontingent umfasste ca. 1.725 Soldaten. Als Leitverband leistete hier die Luftlandebrigade 26 Pionierarbeit.

Beim zweiten Kontingent, welches das erste im Dezember ablöste, war die Gebirgsjägerbrigade 23 als Leitverband eingesetzt. Dieser Verband war auf ca. 1300 Soldaten reduziert worden.
Als Alarmbereitschaft wurden die Fallschirmjägerkompanien des ersten Kontingents in permanentem Alarmzustand gehalten. Sie hätten innerhalb von 24-72 Stunden in den Einsatzraum verlegen und im Rahmen einer Luftlandeoperation in das Geschehen Eingreifen können.
Die Gliederung des Deutschen Unterstützungs Verband Somalia

Die verschiedenden Einheiten des Deutschen Unterstützungs Verband Somalia
Die Stabskompanie

Der Stab unterstützt den Kommandeur Oberst Helmut Harff bei der Führung des Einsatzverbandes.
Die Aufgaben im einzelnen:
- Unterstützung in der Führung sowie in der Erhaltung der personellen und materiellen Einsatzbereitschaft der Unterstützungsverbandes.
- Koordinierung aller erforderlichen Einzelmaßnahmen beim Zusammenwirken der unterstellten Einheiten und Teileinheiten.
- Zusammenarbeit mit den Stäben der UN-Kontigente von UNOSOM2 anderer Nationen, dem Hauptquartier UNOSOM2, regionalen somalischen Führern und gesellschaftlichen Gruppen sowie Vertretern der internationalen Hilfsverbände.
- Er koordiniert und stellt die zentralen Aufgaben der Betreuungsmaßnahmen der Angehörigen der verbandes sicher.
Presse- und Informationszentrum PIZ
Das Pressezentrum betreut die Jornalisten die auf Einladung des BMVg´s nach Somalia kommen.
Die Feldjäger
Die Aufgabenbereiche der Feldjäger sind:
- Zusammenarbeit mit der Militärpolizei der anderen Nationen.
- Zusammenarbeit mit der Somalischen Polizei.
- Militärischer Verkehrsdienst.
- Personenschutz.
- Ermittlungen bei Straftaten.
Die Feldjäger absolvierten den United-Nations-Military-Police-Course (UNMILPOC) sowie eine Spezialausbildung bei der Rheinland-Pfälzischen Polizei zur Tatortarbeit und Spurensicherung.
Der OpInfoZug (Operative Informationen)
Der OpInfoZug war für Informationsbeschaffung, - Auswertung und Verarbeitung der Informationen für die eigenen Print bzw. Audiomedien verantwortlich. Außerdem Informieren sie die Somalische Bevölkerung über den Auftrag, die Arbeit und die humanitärern Hilfeleistungen des Deutschen Unterstützungsverbandes in Somalia. Mit den 400 Watt Anlagen in ihren Lautsprecherwagen (Mercedes-Benz Lkw 2t gl UNIMOG) und der Mobilen Druckerei sind sie bestens für ihren Auftrag ausgerüstet.
Die Heeresfliegerstaffel
Rettungseinsätze, Erkundungs-, Transport - und Verbindungsflüge sind die Aufgaben dieser mit 5 Transporthubschraubern vom Typ Bell UH-1D ausgerüsteten Einheit.
Zum Eigenschutz wurden diese mit einer Doorgunner-Komponente (Eine Lafette mit einem Amerikanischen M-60 Maschinengewehr) ausgerüstet die von Fallschirmjägern bedient wurden.

Um diese Bereitstellung von Lufttransortkapazitäten sicherzustellen verfügt diese Stafel uber die selben Komponenten wie ein etwas 50 Hubschrauber starkes Heeresfliegerregiment.
Das sind im einzelnen :
- Der Technische Anteil
- Flugbetriebsanteil mit Betankung un Brandschutz
- Flugsicherung
- Hubschraubebesatzungen
Jeder Soldat des Verbandes konnte sicher sein: Egal wo er sich während dem Einsatz befindet, es ist Rund um die Uhr schnelle Hilfe verfügbar.
Die Versorgungkompanie
Die Luftlandeversorgungskompanie 260 betrieb die Nachschubbasis des Unterstützungs Verbands und wurde von verschiedenen Transport und Nachschubeinheiten tatkräftig dabei unterstützt.
Die Versorgungkompanie stellte die Versorgung der im Raum Beled Weyne eingesetzten Deutschen und Internationalen UN Truppen sicher. Der Umschlags-Geräte-Zug ist für den Umschlag aller per Schiff und Flugzeug ankommenden Güter verantwortlich, das sind etwa 15.000 Tonnen monatlich.
Die ABC-Abwehrkompanie
Ohne die Jungs von der ABC-Abwehr wäre es für uns sehr trocken geworden. Mit 480.000 Liter Wasser am Tag die sie mit sechs Zügen aufbereiteten und 10.000 Litern die sie in Beled Weyne an die Bevölkerung verteilten, leisteten sie einen der wichtigsten Beiträge des Verbandes ganz nach ihrem Motto: Wasser ist Leben. Nicht zu vergessen noch die Feuerwehr und der Hygiene-Zug.
Die Transportkompanie
Die Transportkompanie führte den eigentlichen Auftrag des Verbandes durch. Die Bereitstellung von Transportkapazität um die Versorgung einer Indischen UN-Briegade und die der eigenen Truppen sicherzustellen. Mit 94 fahrzeugen führten sie jeden erdenklichen Transport durch der benötigt wurde.

Die Sicherungskompanien
Rund um die Uhr sichern sie alle militärischen Aktivitäten des Verbandes.
Ohne Sicherung geht nichts in Somalia.
Hochmotivierte Fallschirmjäger die mit ihrem militärischen Schutz diesen Einsatz erst möglich machen, stellten mit der professionellen Durchführung ihrer Aufgaben klar, dass sie die richtige Wahl für solch einen Auftrag sind.


Die Roten Teufel vom Fallschirmjägerbataillon 261 aus Lebach leisteten ganz nach ihrem Motto:„WIE PESCH UND SCHWEFEL“ erstklassige Arbeit.
Und trotz der extrem hohen Belastung durch die Sicherungen und dem Ausbau des Lagers führten sie noch die Ergänzende Einsatzausbildung für den Verband durch.


Im zweiten Kontigent übernahmen Gebirgsjäger der Gebirgsjägerbrigale 23 die Sicherungsaufgaben. Am 10. Dezember 1993 überträgt der kommandierende General des III. Korps, Generalleutnant Dr. Klaus Reinhardt, dem Brigadekommandeur das Kommando über das 2. Hauptkontingent des Deutschen Unterstützungsverbandes Somalia in Belet Weyne. Am 23. März 1994 meldete Oberst Kammerhoff bei dem Auflösungsappell des Verbandes auf dem Köln / Bonner Flughafen Volker Rühe (Der damalige Verteidigungsminister): “Auftrag ausgeführt”
Die Aufgaben der Fallschirmjäger und Gebirgsjäger im einzelnen:
- Sicherung und Ausbau des gesammten Lagers
- Sicherung des Feldflugplatzes Beled Weyne
- Sicherung der Wasseraufbereitungsanlage am Shabelle Fuß
- Sicherung und Betrieb eines Observation-Point oberhalb des Hauptlagers
- Sicherung der Material und Personaltransporte des Unterstützungsverbandes
- Begleitschutz für die Ärzteteams die in der Stadt tätig sind
- Begleitschutz für Fahrten aller Art
- Personenschutz
- Sicherung aller Einsätze bei Bauvorhaben und Bohrungen der Pioniere
- Unterstützung der Heeresflieger bei Transport und MEDEVAC Einsätzen
- Abstellung einer Sicherungsgruppe in Mogadishu
- Konvoischutz für die Marscheinheiten nach und von Mogadishu
- Ergänzende Einsatzausbildung für den Verband
Links zum Thema Somalia

